Regenbogenfische - eine anpassungsfähige Fischfamilie

Zur Haltung darf eigentlich alles mit ins Becken was nicht als Freßfeind in Frage kommt, es sei denn, Du möchtest kleine Arten halten (Gattungen wie Iriatherina, Telmatherina, Popondetta etc.). Für die größeren und mittleren Arten (Chilatherina, Glossolepis und Melanotaenia) kann man auch Malawi-Cichliden als Gesellschaft wählen (wenn das Becken die Maße hat), was wohl genug über ihre Schwimmgeschwindigkeit und Robustheit aussagt.

Die Anpassungsfähigkeit der Fische an die Wasserverhältnisse ist enorm, was sich in so extremen Werten (Fundort) wie folgenden widerspiegelt: Temperaturen: 18.6-35øC, PH 3.11-8.5 (d.h. ein Unterschied von mehr als 1:100000!!!). Diese Werte gelten natürlich nicht für alle Arten und stellen in den Extremen teilweise Werte dar, die auch die Experten verblüfft haben...
Allgemein werden hohe Härtegrade (dGH) und Salzgehalte gut vertragen. Sauber sollte es allerdings sein...

Zur Zucht sollte man sie als Gruppe in eine Artenbecken setzen, in dem sie in der Regel im Daueransatz ablaichen, d.h. sie legen täglich wenige Eier, weshalb man das Laichsubstrat (am besten hellgrüne Filterwatte, wenn die nicht erhältlich Javamoos bei sonst brauner oder schwarzer Einrichtung) regelmäßig und artverschieden in Intervallen austauscht, damit man die Jungfische gezielt aufziehen kann. Alternativ können die Jungfische mit einer Glasglocke aus dem Ablaichbecken entfernt werden, was aber meist tägliche gründliche Kontrolle voraussetzt...

Die Aufzucht der Jungfische bereitet meist die einzigen Probleme, da sie sehr klein sind und auch sehr langsam wachsen. Die erste Nahrung kann Trockenfutter sein, wenn es sich um große Arten handelt, die Erfolge sind aber bescheiden. Meist bedarf es sehr kleinen Lebendfutters, wie Infusorien oder gesiebten Cyclops-Nauplien (mit Vorsicht dosieren, sie wachsen schneller als die Regenbogenfische, deutlich schneller!). Artemia-Nauplien werden meist erst nach einigen Tagen genommen und sind auch als ausschließliche Nahrung nicht sehr geeignet, da man so teilweise große Jungfischverluste in Kauf nehmen muß (trotz voller Bäuche).

Es gibt Arten, die sich unter guten Verhältnissen von selbst vermehren, ohne, daß man einen Finger rühren muß, wie der kleine Regenbogenfisch Melanotaenia macculochi und Arten, für die auch ein erfahrener Züchter neben sehr speziellen Bedingungen immer noch Glück braucht wie Iriatherina werneri.

Bei der Zucht ist allgemein zu beachten, daß sich viele Melanotheria-Arten untereinander kreuzen lassen, was für den ernsthaften Aquarianer natürlich zu vermeiden ist, sofern er seine Nachzuchten weitergeben will. Auch bei bestem Willen werden diese Kreuzungen irgendwann nicht mehr als solche Klassifiziert und gelangen dann als "neue" Arten in den Handel...

Als Literatur kann ich empfehlen: "Regenbogenfische" von Peter Schubert, Urania Ratgeber Aquarium, Urania Verlag, Leipzig, Jena, Berlin. Es kann inzwischen vergriffen sein, aber über die Akademische Buchhandlung Wötzel, Frankfurt/Main müßte es noch zu bekommen sein, ansonsten in Antiquariaten suchen.